Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Homöopathie.
(Alle personenbezogenen Bezeichnungen der vorliegenden Fragen und Antworten beziehen sich auf Personen beider Geschlechter.)
Die Homöopathie ist eine eigenständige Arzneitherapie mit einer definierten Vorgehensweise.
Die Homöopathie wurde durch den sächsischen Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) ins Leben gerufen, der sie systematisch (nach wissenschaftlichen Kriterien) entwickelte, womit sie zu einer nachvollziehbaren Methode wurde. So beruht die Homöopathie auf den von ihm gefundenen und formulierten Gesetzen.
Das grundlegende Werk zur Homöopathie ist Hahnemanns „Organon der Heilkunst“.
Die Homöopathie wird seit über 200 Jahren von Ärzten und ausgebildeten Homöopathen bei akuten wie chronischen Krankheiten angewendet. Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern „Homoion“ (= ähnlich) und „Pathos“ (= leiden) zusammen. Die Homöopathie beruht auf Naturgesetzen. Das bedeutendste davon ist: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“. Eine Arznei kann bei einem gesunden Menschen bestimmte Erscheinungen (Symptome) hervorrufen. Wenn ein Kranker ähnliche Symptome zeigt, die von der Arznei beim Gesunden hervorgerufen werden, so kann dieses Arzneimittel seine Krankheit heilen. „Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) für sich erregen kann, als sie heilen soll!“ (Hahnemann: Organon der Heilkunst)
Man kann die Homöopathie auch als Reiztherapie bezeichnen, welche die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert bzw. in die richtigen Bahnen lenkt.
Krankheit wird in der Homöopathie nicht als isoliertes Geschehen betrachtet, das nur ein einzelnes oder einige wenige Organe betrifft (so als sei z. B. nur die Leber krank), sondern als Ungleichgewicht des ganzen Organismus. Die Homöopathie betrachtet einen Menschen immer in seiner Gesamtheit.
Die Verordnung eines einzigen Arzneimittels zur gleichen Zeit, für die Gesamtheit aller Beschwerden einer Person, erfolgt nach einem umfassenden Erstgespräch (Erstanamnese), in der die Umstände der Krankheitszeichen genau ermittelt werden. Dazu gehören auch Symptome, die nicht offensichtlich mit der bestehenden Krankheit zu tun haben.
Nein, denn die Homöopathie ist eine eigenständige Behandlungsmethode.
Der Begriff „Naturheilkunde“ ist ein Sammelbegriff für eine grosse Anzahl von verschiedenen Behandlungsmethoden, die sich sehr voneinander unterscheiden. So können zwei Therapeuten, gleichgültig ob Arzt oder Naturarzt, Naturheilkunde betreiben, jedoch völlig verschiedene Methoden anwenden.
In der Naturheilkunde findet man auch Methoden, die Homöopathen im Allgemeinen ablehnen. Diese gehören meist zum Repertoire der „Schulmedizin“, aber auch zu den Massnahmen der Naturheilkunde, welche uns übertrieben oder gegen die Natur erscheinen, finden sich unter dem Oberbegriff der Naturheilkunde wieder (z.B. Schröpfen, Aderlass usw.).
Nein. Prinzipiell ist zu sagen, dass es in der Schweiz verschiedene Berufsstände gibt, denen vom Gesetz her erlaubt ist, die Heilkunde auszuüben: Ärzte und Heilpraktiker oder Naturärzte, Psychotherapeuten usw., wobei jeder Beruf eigenen Einschränkungen unterliegt. Es gibt sowohl ausgebildete Homöopathen als auch Ärzte, welche die Homöopathie mit Engagement in der richtigen Weise anwenden. Klassisch arbeitende Homöopathen sind dort jedoch eher die Ausnahme; die meisten Therapeuten arbeiten auch mit anderen natürlichen Therapieformen. Die Qualität der Behandlung ist nicht abhängig vom Berufsstand, sondern von der Ausbildung, dem Engagement und der Geschicklichkeit des Therapeuten.
Normalerweise arbeiten Homöopathen ausschliesslich mit Einzelmitteln.
Ja. Der Name „klassische Homöopathie“ wurde eingeführt, weil die Homöopathen, welche klassisch arbeiteten, sich von den vereinfachten Formen abgrenzen wollten.
Die Homöopathie hat in ihrem Arzneischatz zwar viele Pflanzen, ist jedoch nicht darauf beschränkt. So kommen viele andere Stoffe aus der belebten und unbelebten Natur zum Einsatz wie Mineralien, Metalle, Stoffe tierischen Ursprungs usw. Homöopathie und Pflanzenheilkunde unterscheiden sich sowohl in der Herstellungsweise, als auch in der Art der Anwendung. Der wesentlichste Unterschied ist wohl, dass die Homöopathie ihre Arzneimittel nach den von Hahnemann gefundenen Naturgesetzen anwendet („Similia similibus curentur“ - d.h. Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt). Die Homöopathie arbeitet in jedem Falle mit der Natur, nie dagegen. Ein weiterer Unterschied zur Pflanzenheilkunde, in der Arzneien „gegen“ bestimmte Symptome gegeben werden können.
Nein. Tierversuche sind in der Homöopathie nicht nötig. Die angewandten Arzneien wurden von gesunden freiwilligen Personen in den letzten 200 Jahren auf ihre Wirkungen hin beobachtet. Die Ergebnisse wurden dann sehr genau in homöopathischen Verzeichnissen niedergeschrieben. Diese sogenannten Arzneimittellehren werden auch heute noch ergänzt und erweitert, sowohl durch Prüfungen als auch durch Erfahrungen in der Praxis.
Die Kenntnisse über verschiedenste Arzneien machen es erfahrenen Homöopathen möglich, Tiere und sogar Pflanzen zu behandeln.
Der Homöopathie wird immer wieder vorgeworfen, sie arbeite nur mit Placebos (Scheinmedikamenten), da in den Arzneien in höheren „Potenzierungen“ kein Wirkstoff mehr nachweisbar ist. Sie bewirke nur eine Verbesserung der Krankheit, weil die Patienten daran glaubten.
Dies ist ein Punkt, der oft Skepsis auslöst. Die Homöopathie wird deswegen oft ohne nähere Kenntnis als unseriös bezeichnet.
Man kann feststellen, dass über den Placebo-Effekt hinaus nichts passiert, wenn man nicht das richtige homöopathische Arzneimittel verabreicht.
Homöopathie wirkt auch bei Kindern, Bewusstlosen und Tieren.
Es spricht gegen den Placeboeffekt, dass auch schwere Krankheiten homöopathisch geheilt werden.
Die Naturwissenschaften sind heute leider noch nicht so weit, die Wirkungsweise der Homöopathie endgültig und schlüssig erklären zu können. Die Erfahrung, viele Studien und die dokumentierten Behandlungserfolge sind ausreichender Beweis für die Wirksamkeit.
Nein. Sie müssen nur ehrlich mitmachen. Alle Informationen geben und ein wenig Geduld haben. Wenn Sie dem Therapeuten wichtige Informationen verheimlichen (früheres Trauma, ein Tripper, eine Turberkulose in der Familie) oder wenn Sie heimlich andere Therapien machen oder Medikamente nehmen, wird die Therapie misslingen. Eine Neurodermitis die seit 10 Jahren existiert kann nicht durch den Homöopathen in 3 Wochen geheilt werden.
Das Ähnlichkeitsgesetz ist die Grundregel der homöopathischen Therapie. Der Name Homöopathie ist abgeleitet vom griechischen „Homoion“ (= ähnlich) und „Pathos“ (= Leiden). Hahnemann entdeckte, dass ein Arzneimittel, welches beim Gesunden bestimmte Symptome erzeugen kann, dieselben Symptome bei einem Kranken zu heilen vermag. So muss das vom Arzneimittel bei Prüfern hervorgerufene Krankheitsbild (Arzneimittelbild) dem Krankheitsbild des Patienten ähnlich sein.
Wenn Sie sich beispielsweise im Winter die Hände erfroren haben, reiben Sie diese am besten mit Schnee ab oder halten Sie sie unter kaltes Wasser, niemals unter heisses Wasser, da die Hände dann viel länger brauchen, bis sie sich wieder erholt haben.
Solche Beispiele gibt es viele und sind gut nachvollziehbar.
„Durch Beobachtung, Nachdenken und Erfahrung fand ich, dass im Gegentheile von der alten Allöopathie die wahre, richtige, beste Heilung zu finden sey in dem Satze: Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) für sich erregen kann, als sie heilen soll!“
„Da dieses Naturheilgesetz sich in allen reinen Versuchen und allen ächten Erfahrungen der Welt beurkundet, die Thatsache also besteht, so kommt auf die scientifische Erklärung, w i e d i e s s z u g e h e, wenig an und ich setze wenig Werth darauf, dergleichen zu versuchen...“(Hahnemann, Organon)
Für die homöopathische Behandlung selber hilft eine Diagnose nur wenig. Die meisten Diagnosen werden mit Hilfe von technischen Verfahren (Röntgenbilder, Labor oder Skopien) erstellt, die zur Zeit von Hahnemann nicht existierten. Für die Homöopathie reichen die Beobachtungen des Patienten und das Gespräch. Aber eine Diagnose ist sehr nützlich um die Gefährlichkeit der Beschwerden einzuschätzen. Z. B. bei lang andauernden Blutungen aus dem Darm ist es wichtig zu wissen, ob es nur Hämorrhoiden sind und nicht ein Geschwür oder ein Krebs.
Nein. Zwar ist die Behandlung chronischer Krankheiten die Hauptdomäne der Homöopathie, doch sie hilft auch bei akuten Leiden. Je heftiger der akute Prozess ist, desto schneller setzt die Besserung ein.
Prinzipiell ist die Homöopathie eine universelle Heilungsmethode, d. h. man kann fast alles behandeln, was nicht in Bereiche der Chirurgie oder Notfallmedizin gehört.
Akute Erkrankungen wie Mittelohrentzündungen, Blasenentzündungen, Kinderkrankheiten, Kreuzschmerzen, Grippe und Erkältungen sprechen im Allgemeinen sehr schnell auf ein homöopathisch richtig verordnetes Mittel an. In der homöopathischen Praxis werden Patienten von allen möglichen Erkrankungen - von Heuschnupfen, Neurodermitis, Asthma, Psoriasis, Infektanfälligkeit, rheumatischen Erkrankungen, Magen-Darm-Krankheiten, Frauenleiden, Schmerzen bis zu psychosomatischen und vielen anderen chronischen und akuten Leiden - befreit. Darunter befinden sich auch solche, die in der Schulmedizin als schwer oder gar nicht behandelbar gelten.
Wenn Organe entfernt wurden oder Organe durch Krankheit geschädigt sind, ist auch mit Homöopathie keine vollständige Heilung mehr möglich. In diesen Fällen lässt sich jedoch das Allgemeinbefinden durch Homöopathie meist erheblich verbessern.
Welche Krankheiten durch Homöopathie behandelt werden können, hängt letzten Endes von den Fähigkeiten und der Erfahrung des behandelnden Homöopathen ab. Nicht die Methode, sondern der Therapeut setzt hier die Grenzen.
Nein. Was allgemein zu den unerwünschten Nebenwirkungen gerechnet wird, kennt man in der Homöopathie nicht. Man kennt nur die Wirkungen der Arznei. Da immer die Gesamtwirkung des Arzneimittels zur Verordnung in Betracht gezogen wird, ist die Homöopathie (bei korrekter Anwendung!) frei von Nebenwirkungen im eigentlichen Sinne. Allerdings kann es bei längerem unsachgemässem (!) Gebrauch homöopathischer Arzneien zu unangenehmen Krankheitserscheinungen kommen, und zwar als ungewollte Arzneimittelprüfung. Ebenso dürfen giftige Substanzen nicht über längere Zeit in niedrigen Potenzierungen eingenommen werden. So enthält z.B. Mercurius bis D4 noch wirksames Quecksilber, was bei dauernder Einnahme zu einer chronischen Quecksilbervergiftung führen kann. Nur selten reagieren Patienten übersensibel auf homöopathische Arzneien, so dass sie auf die Einnahme eines potenzierten Mittels mit neuen, ihnen bisher unbekannten Symptomen reagieren. Diese Symptome verflüchtigen sich jedoch normalerweise nach kurzer Zeit von selbst.
Hahnemann entwickelte ein eigenes Verfahren zur Herstellung von Arzneimitteln und führte dieses nach jahrelangem Experimentieren ein.
Die Arzneien werden stufenweise verdünnt und zwischen jedem Verdünnungsschritt verrieben bzw. verschüttelt. Im Gegensatz zum verbreiteten Irrtum, es handle sich lediglich um eine Verdünnung, kommt der Verreibung bzw. dem Verschütteln eine grosse Bedeutung zu. Erst dadurch, zusammen mit der Verdünnung, wird die Arzneikraft in vollem Masse erschlossen.
Die Verdünnung erfolgt mit den Substanzen Alkohol oder Milchzucker. Bei der ersten Verdünnungsstufe (z.B. im Verhältnis 1:100) wird 1 Teil des Arzneistoffs mit 100 Teilen Milchzucker oder Alkohol verrieben bzw. verschüttelt. Das Ergebnis ist die Potenz C1. Dann wird im selben Verhältnis weiter verdünnt, wieder verrieben bzw. verschüttelt, so bekommt man die C2 usw. Es wird also nicht einfach nur verdünnt.
Es gibt in der klassischen Homöopathie verschiedene Verfahren zur Potenzierung mit jeweils unterschiedlichen Verdünnungsschritten:
D (Dezimal) - Potenzen: Verdünnung 1:10
C (Centesimal) - Potenzen: Verdünnung 1:100
Q oder LM (Quinquagintamillesimal) - Potenzen: Verdünnung 1:50’000
Wenn Sie ein „homöopathisches Mittel“ verordnet bekommen, so haben Sie noch keine Gewähr dafür, dass dieses Mittel auch nach dem Ähnlichkeitsgesetz verordnet wurde. Erst durch die Verschreibung nach den Regeln der Homöopathie wird eine Arznei zu einem homöopathisch (= ähnlichen) wirksamen Mittel. Nur wenn die Ähnlichkeit der bestehenden Symptome zu dem Arzneimittelbild gewährleistet ist, kann eine heilende Wirkung eintreten.
Die Verordnung eines „homöopathischen Mittels“ allein ist also noch lange keine Homöopathie!
Ein Komplexmittel ist ein Gemisch aus einer Anzahl verschiedener Arzneimittel, welche sich bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen bewährt haben.
Da homöopathische Einzelmittel jedoch nicht nach Krankheitsnamen verordnet werden können, ist die Indikation unsicher. Klassische Homöopathen verwenden keine Komplexmittel, sondern nur ein Mittel zur gleichen Zeit.
Man verspricht sich, mit Komplexmitteln die Verordnung zu vereinfachen, da man nach einfachen Grundsätzen vorgehen kann. Oft findet man bei diesen Arzneimitteln Indikationen zu Beschwerden wie Schwindel, Arthritis, Grippe, Heuschnupfen usw.
Die Erfahrung zeigt, dass sich bei einem Erkrankten durch Komplexmittel zwar ein gewisser Erfolg erzielen lässt, der aber leider nicht von Dauer ist.
In der Homöopathie verordnet man unter Berücksichtigung der individuellen Beschwerden eine Arznei, die für das Gesamtbild des Patienten passend ist. Und das kann für dieselbe Krankheit bei einem anderen Menschen ein ganz anderes Mittel sein. Komplexmittel bestehen aus mehreren arzneilichen Substanzen. Häufig gibt es viele Arzneimittel, die in der Einzelmittel-Homöopathie zur Behandlung eines Leidens in Frage kommen. In den Komplexmitteln sind also meist nur die häufigsten enthalten. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, und seine Nachfolger bestehen auf der Anwendung eines einzigen Mittels zur selben Zeit. Sie erlauben nie die gleichzeitige Anwendung mehrerer Arzneistoffe, sondern fordern, genau die Arznei herauszufinden, die für die Krankheit des jeweiligen Patienten heilend wirkt. Durch die Anwendung von Komplexmitteln kann für den klassischen Homöopathen das Symptombild so weit verändert werden, dass bei späterer klassisch-homöopathischer Behandlung eine passende Arznei nur unter grossen Schwierigkeiten gefunden werden kann.
Die Anwendung von potenzierten Arzneimitteln oder von Komplexmitteln allein (meist fälschlicherweise „homöopathische Mittel“ genannt!) ist also noch keine Homöopathie.
Hahnemann fand zunächst in Selbstversuchen heraus, dass jeder arzneilich wirksame Stoff, der von Gesunden eingenommen wird, bestimmte Beschwerden und Befindensveränderungen hervorruft. Diese sind kennzeichnend für die Wirkung für diesen Stoff.
Feststellung: Der Arzneistoff kann die Symptome, die er bei einem gesunden Menschen hervorruft, bei einem Kranken heilen. So nehmen Prüfer die Arzneistoffe ein, bis Krankheitssymptome auftreten und notieren sie sehr genau. Diese Sammlung der Symptome eines Arzneistoffes ergibt ein genaues Bild des Wirkspektrums des Mittels, das man Arzneimittelbild nennt. Nur durch die Arzneimittelprüfung kann man erfahren, welche Veränderungen das Mittel bei einem Menschen bewirken. Bis heute wurden mehrere Tausend verschiedene Arzneien geprüft.
Krankheiten bestehen aus einzelnen Symptomen. Nach dem Verständnis der Homöopathen stellen diese aber nur das letzte Glied einer Kette dar. Andere Störungen gehen voraus, die sich dann in den Symptomen zeigen.
Ein Symptom kann aus mehreren Komponenten bestehen: aus der Empfindung, dem Ort im Körper, und vielleicht erstreckt es sich auch noch weiter. Es kann zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Umständen auftreten. Es kann auch gleichzeitig ein anderes Symptom auftreten, ohne dass ein Zusammenhang erkennbar ist.
Es gibt Symptome, die für einen Homöopathen bei der Arzneimittelwahl bedeutend sind, deren Wichtigkeit für den Patienten jedoch nicht gleich zu erkennen ist.
Ein Homöopath wählt nach der Fallaufnahme, in der ein umfassendes Bild des Patienten gewonnen wird, die für die Arzneiwahl wichtigen Symptome aus, um die Arznei zu finden, die zur Heilung der Krankheit des Patienten erforderlich ist.
Sie dient zur Ermittlung der „Gesamtheit der Symptome“ des Patienten. Aus diesem umfassenden Bild des Patienten wählt der Homöopath die Symptome aus, die für die Arzneiwahl wichtig sind. Um ein möglichst vollständiges Bild von der Krankheit des Patienten zu bekommen, ist eine umfassende Befragung des Patienten nötig.
Als Konstitution bezeichnet man die Veranlagungen eines Menschen.
Als Konstitutionsmittel wird meist ein Arzneimittel bezeichnet, welches der Veranlagung des Patienten angemessen ist.
Es ist das tiefgreifendste Mittel, welches der Patient zur Gesundung benötigt. Es gibt Menschen, die immer nur dieses Mittel benötigen, gleich woran sie erkranken. In der Regel werden verschiedene Mittel benützt.
Weil die Homöopathie nur nach individuellen Symptomen anwendbar ist. Ein Mittel, welches dem einen bei einem bestimmten Leiden hilft, bleibt möglicherweise bei einem andern völlig wirkungslos.
Zur Heilung eines Leidens braucht fast jeder ein anderes Mittel, das jeweils passend zur individuellen Symptomatik verordnet werden muss.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, warum homöopathische Mittel unwirksam sein können:
- Nur weil jemand homöopathische Mittel verschreibt, bedeutet das nicht, dass er auch nach homöopathischen Regeln arbeitet.
- Wenn z.B. ein Kind von einer akuten Halsentzündung durch eine homöopathische Behandlung geheilt wird, und das Mittel wird dann pauschal bei einem anderen Kind für die gleiche Erkrankung eingesetzt, besteht nur eine geringe Chance auf Heilung. Denn die homöopathische Behandlung ist abhängig von der individuellen Symptomatik des Kranken.
- Letzten Endes gibt es tatsächlich auch (einige wenige) Menschen, die unempfindlich gegen homöopathische Arzneimittel sind. Durch eine spezielle Behandlung können viele von ihnen jedoch empfänglich gemacht werden.
Die Homöopathie ermöglicht es, auf die „Lebenskraft“ eines Menschen heilend zu wirken. Diese ganzheitliche Wirkung führt dazu, dass der Organismus sich selbst heilt. So wirkt jede Therapie heilend, die der Ganzheitlichkeit in diesem Sinne Rechnung trägt.
Die traditionelle chinesische Medizin und die tibetische Medizin sowie das Ayurveda erfüllen dieses Kriterium ebenso.
Das System der Schulmedizin vertritt völlig andere Ansätze. In vielen Fällen muss die einer Krankheit zugrundeliegende Ursache parallel zur notwendigen schulmedizinischen Therapie homöopathisch behandelt werden.
Eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und Homöopathie ist wünschenswert, jedoch leider oft noch Zukunftsvision.
Das hängt von der Natur der Krankheit ab, ob akut oder chronisch. Je akuter, desto schneller wirkt das Mittel meistens. Die Verfassung (Reaktionsfähigkeit) des Patienten und die Eigenschaften des Arzneimittels selbst, spielen aber eine ebenso wichtige Rolle.
Die Schulmedizin orientiert sich an objektiven Zeichen (Körperstatus, technische Untersuchungen). Wenn keine Diagnose gestellt werden kann, wird dem Patienten gesagt, er sei kerngesund oder noch sei seine Krankheit psychischer Natur. Solche Patienten fühlen sich beim Homöopathen gut aufgehoben. Für ihn sind die subjektiven Eindrücke des Patienten ganz wichtig.
Eine Erstkonsultation dauert ein bis zwei Stunden. In Indien, in homöopathischen Spitälern in denen die Patienten Schlange stehen, dauert die Konsultation - ich habe es selber gesehen- oft nur einige Minuten. Es werden dann nur akute Probleme behandelt. Der Homöopath benötigt detaillierte Informationen über Ihren Gesundheitszustand, um Ihre Krankheit zu verstehen. Die Diagnose allein reicht nicht zur Verschreibung einer Arznei aus. Eine erfolgreiche Verschreibung eines Mittels basiert auf der Gesamtheit der Symptome. Der geistige und emotionale Zustand ist für die Wahl eines Mittels ebenso von Bedeutung wie die körperlichen Symptome. Wichtig sind auch die Reaktionen des Patienten auf Temperatur, Wetter, Nahrung usw.
Der Homöopath sucht ebenso nach Faktoren, die zur Krankheit beigetragen oder gar verursacht haben. Dies schliesst Stress, Schocks, Traumen oder vielleicht auch die Familiengeschichte mit ein. Dann bekommen Sie eine Arznei.
Eine erste Verlaufsbeurteilung folgt normalerweise nach vier bis sechs Wochen (falls nichts Besonderes vorfällt wie z.B. eine akute Erkrankung). Hier wird die Wirkung der Arznei besprochen und über das weitere Vorgehen entschieden.
Die Pille kann die Lebenskraft stören, je nach Patientin. Manche bekommen keine Periode noch Jahre nachdem sie die Pille gestoppt haben. Es gibt aber zahlreiche erfolgreiche homöopathischen Behandlungen trotz der Pille. Anmerkung: Es gibt keine homöopathische Verhütung - natürliche jedoch schon!
So gut wie möglich nicht. Bis 40° sollte man sich keine Sorgen machen. Wichtig ist genügend zu trinken. Fieber hilft die Infektion zu bekämpfen. Fieber ist auch eine gute Prophylaxe gegen Krebs. Wenn die Energie sehr schwach ist, bei Gliederschmerzen oder wenn der Patient nicht schlafen kann, kann die Homöopathie erleichtern. Die routinemässige Behandlung von Fieber mit Belladonna, Aconitum oder "Fieberkügelchen" ist nicht zu empfehlen.
Nein. Man soll Psychopharmaka prinzipiell nie abrupt stoppen. Ausser wenn man sie gar nicht braucht. Es ist besser, die homöopathische Behandlung anzufangen und die Psychopharmaka langsam abzusetzen. Das gleiche gilt auch für Blutdruckmittel und Cortisontabletten.
Die Kosten für eine Behandlung sind unterschiedlich. Meist wird nach Zeit abgerechnet. Das Erstgespräch, in dem eine sehr genaue Befragung erfolgt („Erstanamnese“) dauert meist zwischen einer und zwei Stunden. Nach vier bis sechs Wochen erfolgt in der Regel die Folgeanamnese (Follow Up). Das Stundenhonorar beträgt zwischen CHF 120.-- und CHF 180.--. Die Kosten für das Arzneimittel sind zusätzlich ca. CHF 20.-. Je nach Krankenkasse wird ein bestimmter Anteil oder die ganzen Kosten übernommen - je nachdem, welche Bedingungen in der Zusatzversicherung enthalten sind. Am besten ist es, direkt bei der Krankenkasse nach den Leistungen zu fragen.
Homöopathische Arzneimittel sind 100 Jahre wirksam, sofern die Lösung oder der Milchzucker noch gut sind. Diese Mittel sind keine chemische Verbindungen, die langsam zerfallen. In der Schweiz wurde ein Verfalldatum eingeführt, um den gleichen Standard wie bei den Medikamenten zu haben.
Das ist eine Vereinfachung. Die Homöopathie betrachtet sowohl die Umstände als auch die Konstitution. Die Umstände sind machmal seelisch, manchmal ist es die Kälte, die Hitze, ein Unfall, oder die körperliche Erschöpfung. Ein Mensch mit einer starken Konstitution verträgt viel mehr Trauer, Schmerz oder Demütigung als einer mit schwacher Konstition: Die Homöopathie kann die Auswirkungen eines früheren Traumas aufheben. Sie stärkt auch das "seelische Immunsystem". Die Toleranz zum Stress wird grösser. Eine Versöhnung mit der Vergangenheit ist dann auch möglich.